Deutsche Meisterschaften der Leistungsklasse

Deutsche Meisterschaften… Teil 1?!

Richtig gehört! Nachdem letzte Woche am 15.03.2025 die Süddeutsche Meisterschaften der Senioren stattfanden und sich hier die Mannschaft der Männer 50 für die Deutschen Meisterschaften der Senioren qualifizierte, wussten wir: Dieses Jahr sind wir zum ersten Mal (!) auf allen drei Deutschen Meisterschaften vertreten.

Denn bereits am dritten Bundesligaspieltag, nachdem die Frauen Mannschaft mit drei Siegen aus sechs Spielen in der Tabelle auf Platz 4 hochgerückt sind, stand fest, dass sie sich für die Deutschen Meisterschaften der Leistungsklasse qualifizieren.

Damit ging es in Hochtouren an die Planung und auch zuerst einmal an die grundsätzliche Frage, ob wir überhaupt fahren, aufgrund des Termins am 21.03-23.03.2025, sowie des knapp 800km langen Wegs nach Berlin.

Letztendlich sind wir nicht nur zu fünft gefahren, sondern Ole und Mattheo haben ebenfalls mit uns den Weg nach Berlin aufgenommen.

So ging es los, Freitag 21.03 um 12:45 Uhr trafen sich Lenia, Elisa, Gerhard, Ole und Mattheo am Freiburger Hauptbahnhof, denn Leoni stieg in Offenburg dazu, da sie diese Saison in Lahr wohnte und Estefania fuhr separat von Köln aus.

Nachdem Leoni dann den Weg zu den Sitzen gefunden hat, hieß es sechs Stunden Fahrt mit dem ICE. Diese gestalteten sich je nach Person unterschiedlich. Lenia, Ole, Mattheo und Elisa redeten, spielten Wizzard, dann hatte Elisa Matheaufgaben zu tun, bei denen sie tatkräftig Unterstützung bekommen hat, Lenia lies und Leoni schlief ganz viel und hörte ein wenig Musik. Und Essen durfte natürlich auch nicht fehlen.

Letztendlich ging die Fahrt doch ganz gut rum und wir kamen sogar pünktlich um 19:40 Uhr am Ostbahnhof Berlins an. Von dort aus ging es zum A&O Hostel in der Köpenicker Straße im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, jedoch hatten wir über die Zugfahrt ziemlich Hunger bekommen (das Essen im Bord Bistro war jetzt nicht das wahre), sodass es nach dem Abstellen der Taschen auf den Zimmern direkt los ging. Auf der Suche nach Essen wurden wir in der Nebenstraße des Hostels schnell fündig und entschieden uns am ersten Abend in Berlin für Pizza. Nach der Stärkung nahmen wir die nahegelegene U-Bahn Richtung Wittenau und fuhren zum Alexanderplatz. Dort machten wir allerdings nur einen kurzen Abstecher, in dem wir ausgestiegen sind, ein paar Meter gegangen sind und den Fernsehturm angeschaut haben. Der Nächste Halt war Brandenburger Tor, dort durfte natürlich auch ein klassisches Touri-Foto nicht fehlen 🙂

Folgend machten wir einen kleinen Spaziergang durch das Regierungsviertel, genauer gesagt am Reichstagsgebäude vorbei, die Paul-Löbe-Allee, neben dem Platz der Republik entlang, bis wir vorm Bundeskanzleramt standen. Nach ein paar Minuten dort, liefen wir durch den Wilhelmsgarten zur U-Bahnstation „Bundestag“ – welch eine Überraschung.

Von dort hatten wir einen Fahrtweg von ca. 20 min und dann ging es auch schnell ins Bett, um für unsere erste Deutsche Meisterschaft der Leistungsklasse fit und ausgeschlafen zu sein.

Die Spiele begannen erst um 12 Uhr, jedoch wollten wir gegen 11 Uhr in der Halle sein und hatten ziemlich genau eine Stunde Weg zu Halle, weshalb wir um 9:45 Uhr aufbrachen. Der morgen war sehr entspannt, nur dass Estefania und Leoni den langen Morgen nicht ganz ausnutzen konnten, denn wenn man monatelang immer um 6 Uhr (oder noch früher) aufsteht, dann geht das nicht so schnell raus.

Der Weg zur Halle war ziemlich einfach gehalten, wir fuhren mit der U5 ab der Heinrich-Heine Straße bis zur Hermannstraße durch, was so ca 15 min dauerte und dann mit dem Bus 277 bis zum Baußnernweg. Von dort mussten wir nur noch wenige Meter laufen und waren da.

Aufgrund der Ergebnisse des letzten Bundesligaspieltags, sind wir in der Gesamtwertung 5. der Bundesliga Süd der Frauen geworden und wären daher in einer Gruppe mit dem 2. und 4. Platzierten der Bundesliga Nord. Jedoch trat der 4. des Südens nicht an, weshalb wir nun die 4. des Südens waren.

So hießen die Gegner des ersten Tages SV Werder Bremen, TV Frisch-Auf Altenbochum, MTV Wohnste und der TV Rieschweiler, damit einige neue Mannschaften.

Nach einem kurzen Einmarsch und wenigen Worten ging es auch schon los.

Zuerst trafen wir auf den MTV Wohnste, der 3. Platzierte der Bundesliga Nord. Kurz und knapp: Gegen die Schläge der Wohnsterinnen hatten wir keine Chance. In der zweiten Halbzeit gelangen uns erfreulicherweise doch noch ein paar schöne Spielzüge, die erfolgreichen Annahmen wurden mehr und auch die Schläge unsererseits wurden platzierter. Am Ende hieß es eine 40:26 Niederlage gegen den Deutschen Meister aus 2024, sodass sich das Ergebnis trotzdem sehen lassen kann, da wir auch schon noch deutlichere Ergebnisse hatten.

Gegen den TV Frisch-Auf Altenbochum, der 5. Platzierte Bundesliga Nord, haben wir gut gestartet und konnten einige Punkte machen, jedoch ließ unsere Leistung gerade in der zweiten Halbzeit sehr nach und mussten uns mit 23:38 doch zu hoch geschlagen geben.

Als nächstes spielten wir gegen den angeschlagenen TV Rieschweiler, gegen den wir es nicht über ein 38:21 hinaus geschafft haben und so dem Ergebnis aus der Bundesliga nahe kamen.

Im 11. Durchgang der Deutschen Meisterschaft spielten wir gegen den SV Werder Bremen, der dieses Jahr Meister der Bundesliga Nord geworden ist, sowie späterer Vize-Meister und das hat man während des Spiels auch zurecht gemerkt. 46:19 ging es am Ende aus. Eine Mannschaft, bei der man den Klassenunterschied sehr deutlich gemerkt hat und gegen den man nicht weiterwusste. Aber auch das ist kein Untergang! Morgen geht’s weiter gegen die 4./5. Platzierten der anderen Gruppe.

Für uns ging es nach den Spielen jedoch nicht direkt zum Hostel, sondern zum „Come together“ im Sixties Diner in Mariendorf. Nach ein paar Schwierigkeiten hatten wir irgendwann unsere Burger und Pasta und waren auch sehr zufrieden. Gegen ca. 22 Uhr haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht.

Tag Zwei ging schon deutlich früher los. An dem Tag bestritten wir unser erstes Spiel um 9 Uhr, sodass Aufbruch bereits um 7:30 Uhr erfolgte, jedoch etwas weniger Zeit als am Vortag eingeplant, dass wir noch ein wenig frühstücken können.

Genau bei so einer knappen Planung passierte es dann: Die U-Bahn fiel aus, daraus folgte, dass wir unseren Anschlussbus nicht erreichten und erst um 8:55 Uhr an der Halle ankamen. Zum Glück waren wir bereits umgezogen, mussten nur die Hose ausziehen und Schuhe umziehen, groß Einspielen war dann nicht mehr.

Doch das hat uns keineswegs aus der Bahn geworfen. Ganz im Gegenteil: Wir haben das beste Spiel des Turniers gespielt und das gegen niemand bekannteren als den TV Freiburg-St. Georgen. Spannende erste Minuten, ein enges Hin und Her, zur Halbzeit waren wir nur einen Ball vom Ausgleich entfernt. Um Jeden Ball wurde gekämpft, doch wie in vielen Spielen verlässt uns gegen Ende einfach die Kraft und St.Georgen, die in bester Besetzung spielten, konnten einen deutlichen Abstand aufbauen. Allerdings gaben wir das Spiel nicht auf und haben weiter gekämpft. Am Ende konnten wir gegen einen Gegner, gegen den wir so gut wie immer mit mehr als zehn Bällen verloren haben, den Abstand auf 7 Bälle verkürzen, somit der Endstand von 34:27.

Wegen der Niederlage sollten wir aber gar nicht die Köpfe hängen lassen, sondern uns vielmehr über unsere Leistung freuen und genau daran in unserem letzten Spiel anknüpfen.

Im Spiel um Platz 9 trafen wir auf den SV Weiler, ein Gegner aus der Bundesliga, den wir seit dem zweiten Spieltag hinter uns lassen konnten. Das war auch in diesem Spiel der Plan. Zusammengefasst: „Ein Satz mit X, das war wohl nichts“. Fehler über Fehler, die wir uns selbst eingebaut haben. 41:24 – Eine Niederlage wie sie gegen Weiler noch nie vorkam.

Ein Spiel mit dem wir unsere ersten Deutschen Meisterschaften beendet haben, wie wir es uns nicht einmal ausgedenken konnten. Doch irgendjemand muss nun mal sieglos als 10. nach Hause fahren 🙂

Wer jetzt gedacht hat, das Wochenende war zu Ende, hat sich geirrt.

Bevor es zum Berliner Hauptbahnhof ging, ließen wir in einem griechischen Restaurant im Bezirk Lankwitz das Wochenende erfolgreich ausklingen. So ging es mit vollem Bauch zum Hauptbahnhof um dort in der ersten Klasse aufm IPad Deutschland gegen Italien zu schauen, wie es zumindest Gerhard, Lenia und Mattheo taten und aufm Laptop schaute Leoni Frankreich gegen Kroatien. Nun schliefen alle eine Runde, bis wir um 2:11 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof ankamen und geplant einen Aufenthalt von 30 min hatten. Aus diesen 30 min wurden aufgrund diverser Gründe letztendlich zwei Stunden. Nach Ablaufen des Bahnhofes haben wir einen Platz für uns alle gefunden und versuchten diese Zeit einfach irgendwie rumzukriegen. Und dreimal dürft ihr raten, was ich gemacht habe, natürlich habe ich mitten in der Nacht um 3 Uhr am Frankfurter Hauptbahnhof angefangen diesen Bericht hier zu schreiben und ein Beweisfoto dazu durfte natürlich auch nicht fehlen 😉

Nachdem es allmählich auch ziemlich kalt wurde, ist endlich der Zeitpunkt gekommen zum anderen Gleis zu gehen und erleichtert in den IC Richtung Zürich einzusteigen.

Schnell haben wir uns hingesetzt, bequem gemacht, noch kurz einen älteren Herrn abgewimmelt, der meinte um 4 Uhr nachts eine Fahrgastbefragung im Zug zu machen und geschlafen so gut es ging, denn um 6:06 Uhr hieß es für Leoni in Offenburg bereits wieder aussteigen. Und weil die Reise da noch nicht beendet war, hatte der Regionalzug natürlich auch noch Verspätung, sodass sie den Anschlussbus auch vergessen konnte und stattdessen 20 min laufen musste.

7:15 Uhr endlich das Zimmer betreten, doch für sie, sowie fast allen anderen ging der Montag auch schon los, sodass es zum Schlafen nicht mehr kam und das nach dem Arbeitstag ausgiebig nachgeholt werden musste.

Ein aufregendes Wochenende haben wir hinter uns, welches uns bestimmt noch ein paar Wochen verfolgen wird. Und auch wenn wir doch nicht das erreichen konnten, was wir uns vorgenommen haben, heißt es jetzt an den Schwächen arbeiten und dann schauen was die nächste Saison mit sich bringt!

Die letzten Worte des Berichts gehen an die Person, die dieses Jahr nicht nur eine, sondern gleich drei Deutsche Meisterschaften planen muss:

Danke Gerhard, dass du uns dieses Wochenende möglich gemacht hast!